1. Das Projekt

1.1 Einleitung

Im Rahmen des Schülerwettbewerbs zur politischen Bildung 2014 haben wir uns mit dem Thema "Billige T-Shirts - Wer zahlt den Preis?" auseinandergesetzt. Dabei haben wir Recherchen über die Arbeitsbedingungen der Näher und Näherinnen in Textilfirmen ärmerer Länder unternommen. Wir haben eine Schülerbefragung in verschiedenen Klassenstufen durchgeführt und Flugblätter verbreitet, um auch andere Menschen auf das Problem aufmerksam zu machen. Neben der schriftlichen Form unseres Projektes, welche sie hier als Download finden, haben wir uns dazu entschieden unser Projekt bekannt zu machen, indem wir uns mit dieser Website an  Sie wenden. Des Weiteren haben wir eine Kettenmail gestartet, die das Ziel verfolgt möglichst viele Menschen zu erreichen und um Unterstützung zu bitten. Über Ihre Unterstützung in Form eines Gästebucheintrages würden wir uns sehr freuen! 

1.2 Fragen und Antworten

1.2.1 Welche Firmen lassen in welchen Ländern billig produzieren?



Firma/Firmenlogo

 

Produktionsländer

H&M

 

Bangladesch, Kambodscha, Türkei, China, Bulgarien, Indonesien, Rumänien

C&A

 

Bangladesch, China, Indien, Kambodscha, Türkei

KiK

 

Bangladesch, China

adidas

 

Brasilien, China, Japan, Vietnam

puma

 

China, Indonesien, Vietnam, Türkei

LACOSTE

 

 

Frankreich, Peru, China, Marokko

MANGO

 

Bangladesch, China, Indien, Korea, Marokko, Spanien, Türkei, Vietnam


Besonders auffällig ist das Firmen, die ihre Kleidung zu höheren Preisen verkaufen, oft in den gleichen Ländern produzieren lassen, wie solche Firmen, die nur wenig Geld dafür verlangen.

An der Aufschrift in den T-Shirts kann man sich außerdem nicht wirklich orientieren, denn selbst wenn „made in Germany“ darauf geschrieben steht, kann es sein, dass nur das Preisschild in Deutschland angenäht wurde und der Rest in anderen Ländern gefertigt wurde.


1.2.2 Welche Bedeutung hat die Kleiderproduktion für die Herstelländer?

Diese Frage erklären wir am Beispiel eines der größten Herstellungsländer: Bangladesch. Daran lässt sich die Bedeutung der Textilindustrie für Produktionsländer gut verdeutlichen.

Die Textilindustrie ist von hoher Bedeutung für das Land Bangladesch und ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Mit über 160 Mio. Einwohnern ist Bangladesch ein sehr dicht besiedeltes Land und kann sich nicht ausschließlich auf die Landwirtschaft berufen. Auch kulturell gab es seit dem 18. Jh. zahlreiche Entwicklungen in der Branche der Weberei. Heute sind ein Achtel der gesamten Bevölkerung von der Textilindustrie abhängig. 80% der vielen Textilarbeiter sind Frauen. Bangladesch gilt nach China als zweitgrößter Textilproduzent der Welt. Die EU ist der wohl größte Handelspartner, da dorthin ein großer Teil der in Bangladesch produzierten Kleidungsstücke exportiert werden.
Somit kann man sagen, dass die Textilindustrie für Länder wie Bangladesch eine entscheidende Rolle spielt und vielen Menschen Arbeit gibt. Allerdings wird Kritik daran geübt, dass die Arbeitsbedingungen der Näherinnen gegen Menschenrechet verstoßen.

       1.2.3 Welche Arbeitsbedingungen bestehen in Produktionsfabriken?

Es gibt ziemlich große Unterschiede in den Produktionsfabriken in Asien. Ungefähr  die Hälfte der Fabriken arbeiten offiziell für westliche Firmen, diese werden regelmäßig überprüft und haben dementsprechend auch hohe Standarts. Doch die andere Hälfte wird von niemandem kontrolliert, das sind Zulieferer für die guten Firmen und dort herrschen natürlich sehr schlechte Bedingungen.

Probleme dabei sind vorallem:

- Die Fabriken sind in schmalen, sehr hohen Häusern untergebracht àEinsturzgefahr

-Es gibt keine KlimaanlagenàTemperatur oft 40°C, hohe Luftfeuchtigkeit

- Mindestlohn liegt bei 30 Euro im Monatàdas reicht nicht zum Leben à ArbeiterInnen machen Überstunden ( arbeiten dann teilweise 12-16 Stunden oder auch noch mehr) um mehr Geld zu verdienen                                                                                                                                                                    

ABER: Manchmal bezahlen die Fabrikbesitzer die Überstunden nicht einmal, trotzdem müssen die NäherInnen die ganze Nacht durcharbeiten, da sonst die Kleidung nicht zum Fertigungstermin verfügbar ist. àDruck der Fabrikbesitzer

- Die Fenster sind oft vergittert oder die Notausgänge versperrt àSicherheitsmängel

- In den Sachen sind giftige Chemikalienà es kommt oft zu Ohnmachtsanfällen bei den Arbeitern


  1.2.4 Wie setzt sich der Verkaufspreis für ein Kleidungsstück zusammen?

Die Zusammensetzung des Verkaufspreises eines Kleidungsstückes

Bevor ein Kleidungstück fertig ist und in Deutschland auf den Ladentisch kommt, hat es schon eine weite Reise hinter sich. Zu aller erst muss die Baumwolle angepflanzt und verarbeitet werden. Das geschieht auf riesigen Baumwollplantagen in Amerika. Für ein T-Shirt wird ca. 400g Baumwolle benötigt, was 40ct kostet. In dem Preis ist sogar schon die Schiffsfahrt nach Asien inbegriffen. In Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, wird das T-Shirt nun in einer von über 3000 Textilfabriken produziert. Da Bangladesch zu den ärmsten Ländern der Welt gehört beträgt der Arbeitslohn pro T-Shirt 3-5ct, umgerechnet bedeutet das, dass die Näher und Näherrinnen 12-18ct pro Stunde, also 1,18€ am Tag oder 36€ im Monat bekommen.

 

Der Transport nach Deutschland kostet 2100€ pro Container und da in einen Container 3400 Stück hinein passen, macht das insgesamt 6ct für ein T-Shirt.

 

Wenn das Kleidungsstück nach drei Wochen in Deutschland ankommt sind bereits 1,40€ bezahlt worden. Verkauft wird T-Shirt schließlich für 4,95€.

 

Abzüglich der MwSt. erhält die Verkaufsfirma somit 2,76€ von denen noch einmal etwas mehr als 2€ abgehen für Filialmiete, den Transport innerhalb Deutschlands, den Gehältern der Verkäufer und Verkäuferinnen, den Katalogen und für die Werbung.

 

Der Gewinn eines T-Shirts beträgt für die Verkaufsfirma also etwa 60ct.

 

Die generelle Preiszusammensetzung in Prozent:

 

01% = Lohnkosten

11% = Transportkosten und Gebühren für Zölle und Steuern

13% = Materialkosten

25% = Markenwerbung (Entwicklung, Design, Forschung)

50% =  Gewinn und Kosten des Einzelhandel (Geschäftsgewinn, Verwaltung, Filialmiete usw.)


1.2.5 Wie haben die Unternehmen auf den Fabrikeinsturz in Bangladesch reagiert?



Bei dem Zusammensturz des Rana-Plaza-Gebäudes am 24. April 2013 kamen über 1130 Menschen zu Tode und mehr als 2000 weitere wurden schwer verletzt. Generell gibt es Tausende ähnliche Fabriken in Bangladesch die ohne Baugenehmigung errichtet oder aufgestockt worden sind.  Es ist bekannt das mindestens 28 westliche Firmen dort produzieren ließen, wie zum Beispiel KiK, NKD, C&A, Tchibo, Tesco, Mango, Esprit, Primarkt, Lidl und Aldi. Viele Menschen fordern jetzt, dass die Modeunternehmen für mehr Sicherheit in den Fabriken sorgen. Doch wie reagieren die Unternehmen auf die Katastrophe?

 

  • Einige Firmen sehen die Verantwortung nicht bei sich

    Walmart und Gap, einige der größten Einzelhändler der Welt, weisen die Hauptschuld von sich und macht die sehr spät eintreffende Feuerwehr, die Behörden und die Personen, die die Notausgänge verschlossen hatten, für das Unglück verantwortlich.

    Deshalb machen sich neben der Kampagne für Saubere Kleidung noch 17 weitere internationale Gewerkschaften für das Unterzeichnen des Brandschutz- und Gebäudesicherheitsabkommens stark.

     

  • Über 35 Firmen haben bereits das Sicherheitsabkommen unterschrieben

    Der Druck auf die Unternehmen zeigt Erfolg. Das unterschriebene Abkommen deckt etwa 1000 Fabriken, ungefähr ein Drittel der derzeitigen Fabriken, in Bangladesch ab.

  • Entschädigung der verletzten Arbeiter und deren Angehörigen

    Weiterhin fordert die Kampagne für Saubere Kleidung die verantwortlichen Unternehmen dazu auf Entschädigungen für die Verletzten und die Hinterbliebenen zu zahlen.

    In den Trümmern von Rana Plaza starben oder verletzten sich die Ernährer und Ernährerinnen vieler Familien, die nun zu Wucherzinsen Schulden aufnehmen müssen und hohe Kosten für die medizinische Versorgung tragen.

    Die Initiative der bangladeschischen Gewerkschaften und die der Kampagne für Saubere Kleidung ergab, dass für die nötigen Entschädigungen für medizinische Kosten und Lohnausfälle eine Summe von 29 Mio. Euro anfällt. Es wurde aber erst ein kleiner Bruchteil der Gesamtsumme eingezahlt, die meisten der 28 Firmen verweigern eine Einzahlung.


1.2.6 Inwieweit haben sich die Forderungen der Arbeiter in der Zwischenzeit erfüllt?

Forderungen und Kritik

Reaktionen und Maßnahmen

 

 

Mehr Lohn

·         1994 erstmals Mindestlohn in Bangladesch eingeführt

·         2010 nach Protesten Erhöhung des Mindestlohns (von umgerechnet 19€ auf 34€)

 

 

 

höhere Sicherheitsstandards

·         2013 H&M und Inditex wollen bei Brandschutz und anderen Sicherheitsbedingungen in Fabriken, in denen sie produzieren helfen

·         Behörden begannen 2013 in 950 als gefährlich eingestuften Fabriken Sicherheitsstandards durchzusetzen

Verstöße gegen Menschenrechte

                          -----------

 

 

 

Mindestarbeitsbedingungen werden eingefordert

·         2013 ILO und verschiedene Gewerkschaften handeln ein auf fünf Jahre angelegtes Abkommen aus, welches Stärkung der Arbeitsrechte, höhere Gebäudesicherheit, größeren Bandschutz, bessere Ausbildung und finanzielle Unterstützung beinhaltet

·          2013 Beschäftigte der Textilindustrie dürfen ohne Erlaubnis der Arbeitgeber Gewerkschaften gründen

 

 

 

 

 

Fazit: Es gibt einige Beispiele von Forderungen, die zumindest teilweise erfüllt wurden oder Dinge die verbessert wurden und es gibt auch immer mehr Leute, die sich für die Näher/innen einsetzen. Trotzdem muss noch sehr viel passieren, bis es den Leuten wirklich gut geht, sie angemessen bezahlt werden und menschliche Bedingungen an den Arbeitsplätzen herrschen.

1.3 Zusätzliche Informationen

Hier finden Sie einige zusätzliche Informationen über Fragen, die wir nicht in unserem Projekt unterbringen konnten. Neben der hier gebotenen Darstellung finden sie das Zusatzmaterial auch als Download.

Interessante Fragen zum Thema billige Kleidung und wie man helfen könnte.

Woher kommt die Kleidung, die in Deutschland verkauft wird?

  • Das meiste aus Asien

  • Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes importierte Deutschland im letzten Jahr über 1,17 Mio. Tonnen Kleidung im Wert von fast 25,8 Mio. Euro aus 130 Ländern

  • Ein Drittel aus China, knapp dahinter Bangladesch, Türkei und Indien

Unter welchen Bedingungen arbeiten die Näherinnen?

  • Nicht genug Geld um sich und die Familie ausreichend zu ernähren

  • Sehr lange Arbeitszeiten (bis zu 20h am Tag)

  • Sicherheitsmängel (vergitterte Fenster, versperrte Notausgänge…)

  • Fabrikbesitzer verbieten Nähern das Reden

  • durch die Chemikalien kommt oft zu Ohnmachtsanfällen, Menschenrechtler vermuten giftige Farben

  • Kinderarbeit!

Muss man ein schlechtes Gewissen haben, wenn man billige Kleidung Kauft?

  • Nein! Auch teure Kleidung wird oft in Asien genäht

  • Der Verkaufspreis eines T-Shirts, das in Deutschland verkauft wird, gibt keinen Aufschluss darüber wo es hergestellt wurde

  • In ein und derselben Fabrik wird oft für mehrere Auftraggeber gleichzeitig produziert zum Beispiel auch für Markengeschäfte, sie machen ein besonders gutes Geschäft

  • Lohn für 100€ Jeans= 1€, Werbung 25€, 50€ Handel

Würde den Nähern ein Boykott helfen?

  • Nein, sie haben  Angst ihren Arbeitsplatz zu verlieren

  • Ein Boykott in Bangladesch könnte 70% der Textilindustrie zusammenbrechen lassen

Wie viel mehr würde ein Kleidungsstück kosten, wenn die Näher 50€ mehr pro Monat verdienen würden?

  • 12 Cent

Und warum zahlen wir dann nicht einfach 12 Cent mehr?

  • Wir würden davon zwar nicht viel mitbekommen, die Leute, die in Asien leben aber schon, da das das ganze Lohngefüge des Landes durcheinanderbringen würde. Wenn nur die Näher mehr Geld hätten aber zum Beispiel die Bauer oder Rischka Fahrer nicht, dann würden diese total verarmen.

Wie lassen sich fair produzierte T-Shirts erkennen?

  • Bei Mode gibt es leider noch kein einheitliches Siegel für Umwelt oder Arbeitsstandards

  • Allerding kann man beim Kauf von Klamotten auf verschiedene Zeichen
    achten zum Beispiel:

  • GOTS „Global organic Textil Standard“ Verbot von Zwangs- , Kinderarbeit,
    und es wird auf Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz geachtet
  • IVN „Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft“ sorgen für
    die Einhaltung von Sozialstandards am Arbeitsplatz und geregelte
    Arbeitszeiten
  • Fairtrade: Als Fairer wird ein kontrollierter Handel bezeichnet, bei
    dem den Arbeitern für die gehandelten Produkte wenigstens ein von
    Fair-Trade-Organisationen festgelegter Mindestpreis bezahlt wird,
    welcher über dem jeweiligen Weltmarktpreis angesetzt ist.
  • Fair wear foundaition: setzen sich dafür ein, die Arbeitsbedingungen in
    der Bekleidungsindustrie zu verbessern

1.4 Downloads

Hier können Sie unser Projekt, sowie das Zusatzmaterial downloaden und ausdrucken. Sie können entweder das komplette Projekt  oder einzelne Beiträge, die Sie interessieren nehmen.

Download
Komplettpaket 1.2
Hier finden Sie unser komplettes Projekt als Dokument. Sie können es downloaden, um noch einmal in aller Ruhe die einzelnen Beiträge zu lesen. Dieser Download wurde aktualisiert am 07.11.2014 13:55 Uhr
Das komplette Projekt 07.11.2014.zip
Komprimiertes Archiv im ZIP Format 1.8 MB
Download
1. Einleitung
Hier bekommen Sie einen groben Überblick über die Problematik, der dazu anregen soll, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen.
1. Einleitung.docx
Microsoft Word Dokument 14.7 KB
Download
BONUS: Interessante Fragen rund um das Thema billige T-Shirts und wie SIE helfen können
Hier finden Sie Antworten auf alle Fragen, die wir in unserem Projekt nur teilweise beantwortet haben. Desweiteren gibt Ihnen diese Übersicht die Möglichkeit, mehr darüber zu erfahren, worauf Sie beim Kauf von Kleidung achten können!
BONUS Interessante Fragen zum Thema bill
Microsoft Word Dokument 276.2 KB
Website Übersetzung